Vater, Tom
In heiligen Höhen
Unterwegs zur Wiege des Ganges
160 Seiten, 250g, Gebunden
ISBN-Nr.978-3-939518-76-1
1.HJ - 3/2008
Preis: 19,80 €

 
Schneebedeckte Berggipfel, unheimlich knackende Gletscher,
wandernde Asketen und zahllose Pilger; Tempel, Schreine und
Karawansereien, britische Hill Stations, dampfende Linsensuppe
und im Tonofen gebackenes warmes Brot, abgelegene,
Jahrhunderte alte Bergpfade, ab und zu eine Herde Bergziegen -
und vor allem die heiligen Wasser des Ganges und seiner
Neben- und Zuflüsse sind Thema dieses Buches.

Der heilige Fluss, der im Garhwal Himalaja in Nordindien auf
dem Dach der Welt entspringt, soll die Seele reinigen und von
den Sünden früherer Leben erlösen, bevor er zur Ganga Ma, der
Mutter Ganga, wird, und durch Uttar Pradesh, Bihar und West
Bengalen in Richtung Kolkata fliesst.

Dies soll kein esoterischer oder spiritueller Reiseführer sein.
Die Reise führt durch das heutige Indien, durch die Gegenwart
des 21. Jahrhunderts, in der sich die Postmoderne und
Jahrhunderte alte Traditionen in buntem, überwältigendem und
berauschenden Chaos vermischen: durch ein Land, in dem
Puppen des amerikanischen Schauspielers Richard Gere auf der
Straße verbrannt werden, weil der alternde Playboy und
engagierte Tibetaktivist im indischen Fernsehen eine Bollywood-
Schauspielerin ein wenig zu heftig umarmt und geküsst hatte,
ein Land in dem andererseits niemand eine Miene verzieht,
wenn am Straßenrand zahllose Bettler dahinsiechen

Der Weg den Fluss hinauf soll auch ein Weg in die historische
Vergangenheit der Region sein, die ja noch vielerorts sichtbar,
lebendig und mit der Gegenwart eng verflochten ist. Die
Gegenwart des Garhwal wiederum ist mit dem Schicksal Indiens
jeden Tag enger verbunden, denn die Jahrhunderte währende
Isolation der Region wird durch die Invasion motorisierter
Pilgerscharen und Touristen schnell zur historischen
Vergangenheit.
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, so widersprüchlich sie
auch sein mögen, existieren in Indien nebeneinander weiter.

Auch der Ganges verändert sich im Angesicht von Klimawechsel
und Indiens wachsender Bevölkerung. Die Geschichte des
Ganges, bemerkte Indiens erster Premierminister Jawaharlal
Nehru, ist die Geschichte Indiens, mit all ihren Siegen und
Niederlagen.