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van Hengel, Willi |
| Morbus vitalis | |
| Roman | |
| 244 Seiten, 0g, Paperback ISBN-Nr.978-3-940756-36-7 1.HJ - 4/2009 Preis: 14,90 €
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| Dass er die Sprache immer weitertreibt und mit ihr grandios umgehen kann, ließ bereits sein erster Roman „Lucile“ aus dem Jahre 2006 erahnen. Dass van Hengel sie aber so feilt und an gewissen Grenzen führt, wie nun in seinem zweiten Roman „Morbus vitalis“, der im Schweinfurter Wiesenburg Verlag erschienen ist, ist schon erstaunlich. Worum geht’s darin? Leonard, der Philosophie studiert und als Korrektor arbeitet, hat sich in eine schwierige Lage gebracht, besser ausgedrückt: die Liebe hat ihn dort hinein manövriert. Seine Freundin Ines beginnt sich von ihm zu distanzieren, zugleich beginnt er aber ein Tete-à-tete mit seiner Kollegin Eva, zu der er sich schon lange hingezogen fühlt. Hin und her gerissen beginnt Leonard die Geschichte dieser Menage à trois aufzuzeichnen – in Briefen an einen fiktiven Freund, den er Ulle nennt. Doch die gedachte Lebensbeichte gerät unversehens zu einer grandiosen Innenschau. Anders als in „Lucile“ jedoch, wo van Hengel aus Sicht einer Frau schreibt, legt er hier die Gedanken und Gefühle eines Mannes offen. Gnadenlos. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Wunsch immer mehr. Während Leonard sich neu erfindet, nehmen die beiden Frauen auf der Bühne seines Lebens und Schreibens immer festere Gestalt an. Doch wie soll das enden? Das, was den Leser neben der unnachahmlichen Sprache mitreißt, ist die beinah furchteinflößende Ehrlichkeit des Oberbrucher Schriftstellers. van Hengel schreibt saftig, wüst, tabulos. Und verdammt einfühlsams. Seine unerbittliche Innenschau lässt nicht nur Frauen aufhorchen, sondern auch männliche Leser werden vieles von sich wiedererkennen. Ein kleines Meisterwerk. Die nächsten Projekte stehen bereits an – sowohl ein neuer Roman als auch seine sogenannten „Wunderblöcke“ sind „reif für die Welt“, sagt van Hengel lächelnd und lässt seinen Blick ins Weite schweifen. |
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